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Samstag, 1. Februar 2020

Yala-Nationalpark und Südküste

Von Ella nach Kataragama
Unser nächstes Ziel war der Yala-Nationalpark. Als Ausgangspunkt buchten wir ein Zimmer in einem Ressort in Kataragama. Der folgende Abschnitt beschreibt die Fahrt dorthin.
In einem verrückten Musikvideo-Bus im Walt-Disney-Style mit Puff-Gardinen rasten wir aus der klimatisch angenehmen Bergregion aus Ella in die Ebene bis Wellawaya. Weil wir noch zu sehenswerten Fels-Skulpturen in der Nähe wollten und der Anschluss-Bus erst Stunden später fahren sollte, saßen wir bald wieder für mehrere Stunden in einem Tuk-Tuk auf der Fahrt nach Kataragama. Der Fahrer war freundlich und kommunikativ, fuhr uns zuerst nach Buduruwagala (sieben stehende, in den Fels geschlagen buddhistische Statuen als Halb- und Vollreliefs aus dem 7.-8. Jahrhundert n. Chr.), dann zu seinem Wohnhaus und weiter auf dem Weg zu einer alten  Stupa mit Tempel und historischen Wandmalereien (Yudaganawa).



Auf diesem Foto bin ich auch zu sehen!

 Unser Tuk-Tuk-Fahrer schilderte uns seine schwierige soziale Situation, stellte uns seine Familie vor, das Haus, den Garten, den kleinen Tempel nebenan samt Priester sowie den nahen Fluss, aus dem sein uns begleitender Nachbar jeden Morgen per Eimer zentnerweise Bausand schöpft.
Wir rätseln über die Intention, mit der uns der Fahrer sein ärmliches Zuhause vorgestellt hatte. Vermutlich hat er sich u.a. einen Zusatzverdienst versprochen. Wir gaben ihm zwar mehr Geld als ausgemacht, er schien beim Abschied aber dennoch enttäuscht.

Gleich serviert uns die Großmutter den Gingertee.
Es dauerte länger und es bedurfte Telefonate mit der Managerin und Absprachen innerhalb der Reisegruppe bis wir in das Super-Deluxe-Eco-Zimmer mit Terrasse etwas außerhalb von Kataragama in einem großen, fantasievoll und künstlerisch gestalteten Garten gelegen, einziehen konnten. 😂 Näheres mündlich...

Ein zutrauliches Hörnchen 
Da wir den ganzen Tag fast nur gesessen hatten, marschierten wir noch bei Sonnenuntergang eine Stunde lang an der Straße entlang zu einem Hotel, in dem wir Bier erwerben konnten. 
Zumindest hatten wir auf dem langen Weg einen malerischen Sonnenuntergang in Rottönen und zurück ging es mit einem Tuk-Tuk und vollen Rucksäcken. Wie war das noch mal?: Ich gehe meilenweit für eine Camel Filter...

Im Yala-Nationalpark
Wir buchten eine Tagestour in den Nationalpark. Der Hoch-Sitzer-Jeep holte uns um 5:15 Uhr vom Hotel ab, 14 km waren es bis zum nicht so stark besuchten nördlichen Eingang. Bei dieser Safari saß man im Jeep und der Fahrer fuhr die unebenen und zerfurchten Wege auf der Suche nach interessanten Tieren ab. Ein Frühstück gab es am Meer hinter dem menschenleeren Strand und eine lange Mittagspause unter Affenbeobachtung an einem Fluss. 
Im Park hielt man vor allem nach den Leoparden und Elefanten Ausschau. Wir beobachteten einen Bullen aus der Nähe wie er den Boden mit seinen Fuß lockerte und sich dann die staubige Erde mit dem Rüssel auf seinen Rücken warf. Am Nachmittag sahen wir ein junges Elefantenpaar bei Wasserspielen in einem See. Der eine Elefant drückte den anderen immer wieder unter Wasser. Manchmal schauten nur die Rüssel aus dem See. 
Bei Sonnenaufgang und in der Stunde vor Sonnenuntergang waren am meisten Tiere zu sehen. In den frühen Nachmittagsstunden  hätte man den Jeep lieber parken sollen und sich das Benzin sparen.
Was wir noch sahen waren Wildschweine, Rehe, ein Krokodil, Wilde Büffel, Mungos, Makaken-Affen, Warane, Fischadler, Pfaue, das Nationaltier (Buschhuhn), Turkane... und viele  unterschiedliche Wasservögel.






Am Freitag liehen wir uns Fahrräder und fuhren zu einem nahe gelegenen Seengebiet. Teilweise konnte man am Ufer zwischen See und Reisfeldern fahren. Ein schönes Erlebnis und durch eigene Körperkraft bewegt! Die Fahrt stoppte an einem unter Strom stehenden Zaun an einem der Sicherungsbereiche zwischen dem Park und den Dörfern. Mit dem Zaun werden Elefanten aus dem Park gestoppt, damit sie nicht die Felder der Bauern zerstören.



Abends fuhren wir in den riesigen Tempelkomplex der Stadt. Hier kann man Gott in hinduistischer, buddhistischer und moslemischer Form anbeten. Reger Betrieb herrschte im Pfauentempel zur Puja mit Glockenschlägen und Instrumentaleinsatz und bei der großen buddhistischen Stupa. Zwischen dem hinduistischen und dem buddhistischen Tempel war eine lange sandige Verbindungsstraße umsäumt von Verkaufsständen und bettelnden Menschen.




Von Kataragama nach Mirissa
Am nächsten Morgen ging es weiter mit dem lokalen Bus Richtung naher Küste und gen Westen  zum beliebten Badeort Mirissa. Highlight des Tages war die abendliche Eierablage einer großen Schildkröte am Strand. Was musste sie sich anstrengen bis sie die mehr als 100 Eier aus sich herausgedrückt hatte. Wie ausdauernd und sorgsam versuchte sie nach einer kurzen Pause ihre Spuren im Sand zu verwischen! Begleitet von einigem Publikum und einem neugierigen Hund lief sie dann ins dunkle Meer zurück. Ihre Eier werden eingesammelt und in eine Aufzuchtstation gebracht.

Der Strand von Mirissa machte auf uns einen guten Eindruck.

 

Galle ist eine Stadt in Südwest-Sri Lanka, 116 Kilometer von Colombo entfernt. 
Die 1663 von den Niederländern errichtete Festung Galle ist wie die Altstadt Weltkulturerbe. Sie ist die größte erhaltene europäische Festung in Südasien und zeigt eine Verbindung von europäischen Architekturelementen und asiatischen Traditionen. Auf knapp 3 km Länge umschließt eine Wallanlage mit insgesamt 14 Bastionen die Festung. Für den Bau wurden vor allem Granitsteine und Korallen verwendet.

Die Moschee Meeran Jumma im arabischen Viertel in der Nähe des Leuchtturmes im Süden von Fort Galle.

Unter dem Uhrenturm von 1883 ist der neue Eingang nach Fort Galle.

Der nördliche Festungswall zur Landseite und zur Neustadt gelegen.

Der Leuchtturm ist 20 Meter hoch und wurde von den Briten 1939 errichtet. Er steht auf dem Festungswall im Süden.


Bereits vor der Kolonialisierung durch die Portugiesen im Jahr 1588 war Galle ein bedeutender SeehafenPerserAraberGriechenRömerMalaien und Inder trieben hier regen Handel. Im Jahre 1640 kapitulierten die Portugiesen vor den Niederländern, die Galle zum Sitz des Gouverneurs der Niederländischen Ostindienkompanie und damit zur Hauptstadt Niederländisch-Ceylons machten. 
Die Briten, die das Land 1796 von den Niederländern übernahmen, nutzten die Festung als örtliches Verwaltungszentrum. In Colombo etablierten sie einen größeren Seehafen, wodurch der Hafen von Galle seine herausragende Bedeutung verlor.
Am 26. Dezember 2004 wurde die Stadt von einem verheerenden Tsunami getroffen, der hier etwa 3900 Tote forderte und schwere Schäden verursachte.

Wir fuhren mit dem lokalen  Bus von Mirissa nach Galle. Zu Fuß spazierten wir in die Altstadt von Fort Galle. Vieles erinnert an Fort Kochi: die koloniale Vergangenheit von Portugiesen, Niederländern und Briten, die Reste der Festung, historische Gebäude, die als noble und teure Hotels genutzt werden, Cafés und Läden mit schönen, teuren Produkten hohen Standards, Touristengruppen ... Insgesamt hält sich der Touristenzustrom hier aber in Grenzen. 
Gestern Nachmittag schritten wir noch die Festungswälle ab, nachdem wir frustriert festgestellt hatten, dass der Badebereich am Leuchtturm eher für Kinder und Nichtschwimmer geeignet ist.
Bei Sonnenuntergang versammelten sich Einheimische wie Touristen auf den Festungswällen zur Meerseite hin - eine schöne Stimmung  entwickelte sich.
Wir hatten in der ältesten Pension (eröffnet 1968) von Fort Galle noch einen netten Abend mit drei Studenten aus Melbourne namentlich Isa, Harry und Ryan.
Am zweiten Tag machten wir vormittags einen Gang durch die Stadt zu den (historischen) Sehenswürdigkeiten bis uns die Hitze in unser klimatisiertes Zimmer vertrieb.

Das beste Hotel am Platz.

Besichtigt haben wir die älteste private Bücherei Südostasiens in Galle. 

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die von Jesuiten gegründete Kathedrale St. Mary's. 
Das alte Stadttor von Galle.

Der buddhistische Tempel in Fort Galle.
Nachmittags fuhren wir an den nahen Strand von Unawatuna, an dem sich fast ausschließlich russische Pauschaltouristen vergnügten. Abends war es sehr schön in einer italienischen Taverne zu sitzen, Pasta zu essen und mit der Besitzerin aus Rimmini zu plaudern.


Der vierte Asienschnitt. Der junge Mann aus Galle war schnell mit dem elektrischen Schneider dabei und es ging Ruckzuck. Er kassierte das Doppelte von uns, verglichen mit den einheimischen Kunden.

Ein schickes Hotel in Fort Galle.

Kurz vor der Abfahrt mit dem Bus in Richtung Flughafen sitzen wir bei einem typischen vegetarischen Gericht mit verschiedenen gut gewürzten Gemüsen und Reis. Wir speisen vorzüglich  bei „Mama“ mit Blick zur Moschee und dem Leuchtturm.

Am Dienstag Nachmittag fuhren wir mit einem Expressbus von Galle über den Flughafen Colombo nach Negombo. Diese Stadt ist als Übernachtungsort gut geeignet, wenn man - so wie wir - am nächsten Tag zum Weiterflug starten will. In Negombo startete in den 60ger Jahren der Sri Lanka Tourismus.

Auf Wiedersehen Sri Lanka, du hast uns gut gefallen und uns vier sehr abwechslungsreiche Wochen gegeben.
Am Donnerstag sind wir dann erfolgreich aus Colombo hinaus geflogen und ca. drei Stunden später in Bangkok gelandet, wir haben die Schutzmasken angelegt wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus und sind mit der U-Bahn in die Stadt gefahren. Wir haben ein nettes Appartement in einer großen Wohnanlage im Norden der Stadt bezogen. 

Freitag, 24. Januar 2020

Adams Peak, Nuwara Eliya und Ella

Die Besteigung des Adams Peak gehört zu den Highlights jedes Sri Lanka Besuchs. Wir sind am Donnerstag mit dem Zug von Kandy nach Hatton gefahren, dann quetschten wir uns in den Bus, der uns nach Dalhousie zum Fuß des mythischen Berges brachte. Die Zugfahrt von Kandy nach Ella führt durch bergige Landschaften, im Verlauf sind viele malerisch gelegene Teeplantagen zu sehen. Der Zug war voll, überwiegend Touristen. Wir hatten Glück und bekamen noch einen Sitzplatz in der 2. Klasse. Der Zug fährt sehr langsam, immer wieder wird auf einen, aus der anderen Richtung kommenden Zug gewartet. Zum Glück hatte ich eine spannende Lektüre (Seneca und der Tyrann. Die Kunst des Mordens an Neros Hof).

Auf dem Weg nach Dalhousie sahen wir ihn zum ersten Mal, den Adams Peak.
Die Unterkunft in Dalhousie war simpel. Erinnerungen an die Annapurna-Wanderung und die homestays dort kamen auf. Was auch ähnlich war: Wir hatten sofort Anschluss und Gespräche, diesmal mit vier jungen Deutschen und zwei Frauen aus Tel Aviv. Rege Kommunikation beim Abendessen und am nächsten Tag auch bei der Wanderung.

 Der Adam’s Peak] (Singhalesisch:„Schmetterlingsberg“) ist ein 2243 Meter hoher Berg im zentralen Hochland. Der Adam’s Peak ist bekannt für den Sri Pada (aus dem Sanskrit für „heiliger Fuß“), eine Vertiefung in einem Felsen nahe seinem Gipfel, die von den einen als Fußabdruck des Buddha, von anderen als der des Gottes Shiva oder wiederum von anderen als der vom Adam gedeutet wird. Wegen seiner religiösen Bedeutung ist der Adam’s Peak der bekannteste, wenn auch nicht der höchste Berg Sri Lankas (dies ist der Pidurutalagala). 

Die Pilgersaison beginnt mit dem Dezember-Vollmond und endet mit dem letzten Mai-Vollmond. Traditionell wird der Berg nachts  bestiegen. So kann man die Tageshitze meiden und den Sonnenaufgang miterleben, der von den Einheimischen mit euphorischen „Sadhu, Sadhu“-Rufen begleitet wird, und den dreieckigen Schatten des Bergs im Nebel auf der westlichen Seite betrachten.
Es sind zwei Hauptrouten für den Aufstieg möglich: Wir wählten wie die meisten diese:

Blick, etwas unterhalb vom Peak aufgenommen 
  • von Norden ab Nallathanniya (Dalhousie) direkt am Fuß des Berges. Der Aufstieg über ungefähr 1000 Höhenmeter dauert einige Stunden.
Der über lange Strecken aus steilen Stufen bestehende sieben Kilometer lange nördliche Aufstieg, für den man bei gemächlichem Tempo sechs Stunden (wenn man sehr, sehr langsam ist) benötigt, ist von zahlreichen Teestuben gesäumt und während der Pilgersaison seit den späten 1980er Jahren nachts elektrisch beleuchtet (aus Wikipedia, verändert).
Wir gingen um 2.20 Uhr von der Unterkunft los und waren nach ca. 2 Stunden und 10 Minuten nahe dem Gipfel. Da wir noch viel Zeit bis zum Sonnenaufgang gegen 6 Uhr hatten, tranken wir einen Tee und aßen Kekse zusammen mit den Leuten aus unserem homestay in einer Bude unterhalb des Gipfels.
Was für uns vor allem sportliche Herausforderung und ein Naturerlebnis bedeutete, war für viele Einheimische ein Pilgergang, der für Alte und gebrechliche Menschen etwas von einem Bußgang hatte. Wir überholten einen blinden Mann, der alleine unterwegs war. Väter oder Mütter trugen ihr Baby die Stufen hinauf, andere hatten die Nacht oben verbracht und kamen uns beim Aufstieg entgegen. 
Als wir dann später zum gipfel kamen, waren die Plattform und die Stufen, mit dem Blick zum Sonnenaufgang, schon dicht gedrängt belegt. So haben wir uns - gemeint die Leute aus dem homestay- verteilt und von verschiedenen Plätzen aus das Naturschauspiel beobachtet. Oben ist ein buddhistischer Tempel, kurz vor Sonnenaufgang begannen Musiker dort zu spielen. Die sehr rhythmische und laute Musik verstärkte die Dramatik des Geschehens.


Der Weg wird gesäumt von Tempeln, Schreinen und jede Menge Verkaufsstellen. 

Ziemlich erschöpft und müde hatten wir  nach 9 Uhr ein nettes gemeinsames Frühstück in der Unterkunft.
Per Tuk-Tuk fuhren Markus und ich anschließend durch die sehr schöne Seen- (Stauseen) und Teeplantagen-Landschaft zum Bahnhof nach Hatton. Nur wenige Kilometern ging es für uns mit dem Zug weiter zur Bahnstation nach Nanu Oya und von dort den Berg hinauf, in die von den Briten gegründete Stadt Nuwara Eliya. 
Nachts schliefen wir dann fast zehn Stunden. Am nächsten Morgen machten wir eine Tour zu einem schönen Wasserfall, tranken Tee in den Serviceräumen einer Teefabrik und nachmittags gingen wir ins Zentrum von Nuwara Eliya, wo wir unter anderem den Viktoria-Park besichtigten und eine kostenlose Führung vom Obergärtner erhielten.

Tony, der Gärtner, kannte auch die Namen der Pflanzen in Deutsch.
Eine Orchideenart aus Sri Lanka

Vom Lovers Leap hat man einen guten Blick ins Umland.
Eine voll funktionierende Post in einem Gebäude aus der englischen Kolonialzeit.

Früh mussten wir wieder aus den Betten. Der Jeepfahrer wartete schon auf uns. In einem Affentempo ging es in ca. einer Stunde von Nuwara Eliya aus zum Eingang des Parks. Um sechs öffnete die Kasse, der Fahrer freute sich, dass wir fast die ersten waren. Nach einer kurzen Fahrt zum Parkplatz und der Kontrolle unserer Taschen (Plastikflaschen okay, aber kein sonstiges Plastik) starteten wir die ca. 3 stündige Rundwanderung im Grasland. Es war um die Null Grad und die Pflanzen waren mit Raureif bedeckt. 
Aus dem Grasland kommend, wanderten wir durch den Regenwald, später am Bergrand entlang mit fantastischen Blicken  in Richtung Südosten und zum Meer. Kurz vor Worlds End machten wir ein Picknick in der Sonne. Durch das Grasland und durch einen Wald ging es zu einem Wasserfall. Das letzte Stück ging wieder durchs Grasland, vorbei an einem Fluss mit klarem Wasser. Trotz des hohen Eintritts ein interessantes und empfehlenswertes Naturerlebnis!

Horton-Plains-Nationalpark liegt im zentralen Hochland von Sri Lanka.
Dieses hügelige Plateau wird wegen seiner reichen Artenvielfalt als "Super-Biodiversitäts-Hotspot" bezeichnet. Viele der hier existierenden Arten sind endemisch. Die Central Highlands wurden 2010 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen.

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Der Horton-Plains-Nationalpark liegt auf dem südlichen Plateau der Central Highlands in über 2000 Metern Höhe, was ein kühleres und windigeres Klima als im Tiefland mit sich bringt. Die Berge Kirigalpoththa (2389 m) und Thotupola Kanda (2357 m) befinden sich im westlichen beziehungsweise nördlichen Teil. Der markante Gipfel von Adam’s Peak (2243 m) liegt westlich des Parks. 
Die Vegetation des Parks hat zwei charakteristische Erscheinungsformen, nämlich 2000 Hektar feuchtes Grasland und 1160 Hektar subtropischen immergrünen Bergregenwald.
Nahezu 750 Pflanzenarten aus 20 Pflanzenfamilien wurden gezählt. Die Bäume der Wälder erreichen eine Höhe von zwanzig Metern und bestehen hauptsächlich aus Calophyllum walkeri zusammen mit Myrthenarten wie sowie Lorbeergewächsen wie Ceylon-Zimtbaum und Actinodaphne speciosaArten wie Gordonia sp. und der Rhododendron haben sich von Südindien und dem Himalaya aus nach Sri Lanka ausgebreitet und sind jetzt hier heimisch. Es wurden 54 Baumarten gezählt, von denen die Hälfte endemisch ist. Die Stämme und Äste der Bäume sind mit vielen Arten von Farnen, BärlappenFlechten und Orchideen bewachsen. Die Bartflechte hängt von den Zweigen herab. Etwa 16 Orchideenarten kommen nur hier vor. Andere bemerkenswerte Pflanzen sind die Scheinbeere, Sonnentau und der Westindische Baumfarn.


Von Horton Plains nach Ella
Nach der Wanderung brachte uns der Fahrer zum nahen Bahnhof von Ohiya. Wir erreichten den Bahnhof wenige Minuten vor der angekündigten Abfahrt nach Ella , mussten dann aber hören, dass es Schäden an den Bahngleisen gebe, sodass sich die Ankunft des Zuges auf unbestimmte Zeit verzögern würde. „Zufälligerweise“ stand gleich ein Tuk-Tuk-Fahrer bei uns am Bahnsteig, der uns das Angebot machte, uns die 60 km nach Ella mit seinem Gefährt zu bringen. Die Fahrt war dann insgesamt ganz okay, wir hielten für einen Snack bei einem einfachen, schmuddeligen Lokal und bekamen frisch gebackene Kokosnuss-Roti mit Dal (Linsen können so lecker sein und kommen in unserer Küche deutlich zu kurz). Später hielten wir an einem weiteren Verkaufsstand und erwarben eine Ananas, Bananen und importierte Mandarinen.
Nach längerem Suchen war unsere per booking.com vorgebuchte Unterkunft gefunden.

Der hintere Gipfel ist der „Little Adams Peak“ in Ella
In Ella
Am Nachmittag starteten wir noch zur Attraktion von Ella dem Little Adams Peak. Landschaftlich wunderschön gelegen, eine Kette von vier Hügeln durch Wanderwege verbunden. Man spazierte an einer staubigen Hauptstraße mit vielen Unterkünften und kleinen Cafés entlang, dann am Berghang durch Teeplantagen und zum steilen Anstieg zum Peak und den anderen Hügeln.



Blick vom „Little Adams Peak“ zum Ella Rock
Das zweite Wander-Highlight erwanderten wir am Montag. Zunächst ging es durch die „Stadt“, die aus Läden, Restaurants und parkenden Tuk-Tuks sowie Taxis an der Durchgangsstraße liegend besteht. Die Tour beginnt am pittoresken Bahnhof. Von dort geht man auf dem Gleisbett oder am Pfad daneben für 2 km bis zu einer Brücke über einen Fluss. An Feldern entlang, vorbei an einfachen Bauernhäusern, durch einen kleinen mit riesigen Farnen bestandenen Feuchtwald, geht es aufwärts durch einen großen Eukalyptus-Wald bis zu einem der Ausblicke vom Ella-Felsen. Dort oben traf sich die junge überwiegend europäische Backpackerszene mit einigen einheimischen Wanderern. 
Der Rückweg über das Gleisbett bei praller Sonne war etwas anstrengend, so dass wir gerne den Rufen einer alten Frau folgten, die uns dann auf ihrer Terrasse - Open Air zubereitete - Roti mit Dal und Gingertee zubereitete.






Abends gönnten wir uns eine ayuvedische Massage, bei der gut riechende Öle in den Körper einmassiert werden. Vor allen meinem Muskelkater in den Unterschenkeln tat das nach anfänglichen Schmerzen gut.
Das dritte Ella-Highlight war ein Fotoshooting bei der 9-Bogenbrücke. Start der Wanderung war wieder am Bahnhof, nun in die andere Richtung auf dem Schienenbett und auf dem Pfad nebenher. Nach einem Tunnel tauchte die Brücke auf und es waren schon eine ganze Menge von Touristen dabei zu fotografieren und auf den nächsten Zug zu warten. Auch uns hat die Szenerie begeistert - fast wie der Harry-Potter-Zug in Schottland.
Abends waren im hippen Chill-Restaurant zum Essen.


Dienstag, 21. Januar 2020

Kandy, Tempel und Gärten



Mittwoch, der 22.1. 2020

Nach Polonnaruwa sind wir nun in Kandy

Der Kandy-See am Abend

Mit dem lokalen Bus sind wir am Montag von Polonnaruwa über Dambulla direkt nach Kandy gefahren. Nach einer Teepause im homestay haben wir gleich das typische Touristenprogramm mitgemacht. Ein kurzer Gang  führte uns um den sehr stark befahrenen, eigentlich recht idyllischen See zu einem kulturellen Zentrum - eine Stunde lang typische kandyische Tänze und Musik- anschließend besuchten wir den berühmten Zahntempel während eines Gottesdienstes.
Die Trommler waren auch während der Tänze permanent im Einsatz. Zum Glück wurde der Sound nicht verstärkt. 


Insgesamt hat uns der Besuch des Tempels nicht so gut gefallen, es war sehr laut wegen des permanenten Schlagen der Trommel. Es war sehr voll, viele Touristen, auch gläubige Touristen hauptsächlich aus anderen asiatischen Ländern. Man stellte sich in Reihen und wurde schnell entlang des goldenen Reliquienschreins geführt und durch mehrere kleine Räume mit religiösen Artefakten. Alles musste schnell gehen, nichts von der Atmosphäre, die buddhistische Tempel in Lahdak oder Nepal ausstrahlen. 

Markus und der Bambus
Am Dienstag haben wir bei bestem Sonnenwetter den botanischen Garten 6 km vor Kandy besucht. Ein sehr großer, gut gepflegter und abwechslungsreich angelegter Park mit vielen sehr seltenen und gigantisch großen Baumriesen. Dort haben wir uns stundenlang aufgehalten, auf einer Bank gepicknickt und gelesen.

Unser dritter Tag in Kandy. Wir sitzen auf der überdachten Terrasse vom Freedom-Homestay und es regnet. Heute haben wir uns morgens, nachdem der Regen nachgelassen hatte am Bahnhof über die morgige Weiterfahrt nach Adams Peak informiert. Dann unternahmen wir einen Spaziergang durch einen großen waldähnlichen Park, oberhalb von Kandy. 
Der Uhrenturm in der Innenstadt wird von Bussen, Tuk-Tuks und Autos bedrängt.

Wir sind hier in Kandy wieder wie in Polonnaruwa die einzigen Gäste im Hotel. Die Gastgeber meinen, dass seit den Anschlägen auf Kirchen und Hotels mit vielen Toten in Colombo im letzten Jahr die Besucherzahlen in Sri Lanka stark zurück gegangen sind. 

Überall in der Stadt findet man große Wandbilder


















Kandy war die Hauptstadt des letzten singhalesischen Königreiches, das sich gegen zahlreiche Eroberungsversuche der Kolonialmächte behaupten konnte, bis es 1815 von den Briten erobert wurde. 
Im August 1867 wurde der Personenverkehr der heutigen Sri Lanka Railways von Colombo nach Kandy eröffnet, im September 1867 der Güterverkehr.
Die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist der Zahntempel (Sri Dalada Maligawa). Der buddhistische Tempel beherbergt einen Zahn Buddhas aus dem 4. Jahrhundert und dient noch heute als Pilgerstätte und Kloster. Nur wenige Menschen bekommen die Zahnreliquie selbst zu Gesicht. Lediglich ein vergoldeter Reliquienbehälter ist zu sehen.
An der Hauptstraße, der Dalada Vidiya, finden sich einige typische Gebäude aus der Kolonialzeit; erwähnenswert sind außerdem die verwinkelten Gassen zwischen Uhrenturm und Zahntempel, die rot-weiße Moschee in der Kotugodelle Vidiya und die St.Paul's Church nahe dem Tempelbezirk.
Hinter der Stupa befindet sich der Tempelkomplex des Zahntempels.
Der untere Teil des Zahntempels. Die Reliquie befindet sich im ersten Stockwerk hinter einer vergoldeten Tür.

Im sogenannten Zahntempel soll ein oberer linker Eckzahn des Buddha aufbewahrt werden. Diese Reliquie war eine wichtige Quelle der Legitimität des singhalesischen Königtums und wurde daher immer in der jeweiligen Residenzstadt aufbewahrt. Sie macht die Stadt zu einer der wichtigsten Pilgerstätten des Buddhismus, was ein wesentlicher Grund für den Wohlstand der Stadt ist. Zu den jährlichen Prozessionen Mitte August wird Kandy von zahlreichen Pilgern besucht, dann wird die Reliquie auf einem Elefanten durch die Stadt getragen.


  • Hinter dem Schrein mit der Zahnreliquie ist ein größeres Gebäude, dessen Stirnseite wird von einer großen goldenen Buddha-Figur eingenommen. Entlang der Wand sind Gemälde, sie erzählen, wie der Zahn Buddhas vom Scheiterhaufen gerettet wurde, wie ihn eine Nonne versteckt in ihrem Haar von Indien nach Sri Lanka brachte und auf welche wundersame Weise diese Reliquie immer wieder der Nachwelt erhalten blieb.


Im Zentrum der Verehrung ist die Zahnreliquie, der linke obere Eckzahn von Gautama Buddha. Die singhalesischen Könige betrachteten es als ihre Aufgabe, für eine würdige Unterbringung der Zahnreliquie zu sorgen. Deshalb ließen sie jeweils auf dem Gelände ihrer Residenz einen Zahntempel  errichten. Nachdem das letzte Königreich unter britische Herrschaft geraten war, fiel diese Aufgabe den Kolonialherren zu. Der eigentliche Schrein mit der Zahnreliquie ist ein relativ kleines zweigeschossiges Gebäude auf dem Gelände der einstigen Residenz. Die Zahnreliquie ist in einem goldenen Gefäß hinter einer reich verzierten Tür im Obergeschoss verborgen. Der Schrein ist umgeben von einem Gebäude, von dessen Flur im Obergeschoss hat man einen Blick auf die Kammer mit der Zahnreliquie, auf dem Tisch davor häufen sich die Opfergaben in Form von Blumenarrangements. 

Eine Palmenallee im botanischen Garten
Es gibt 120 Palmenarten auf der Erde. Sie können sich sehr unterscheiden.
Außerhalb der Stadtgrenze, etwa fünf Kilometer westlich, befindet sich der Botanische Garten von Peradeniya, der jährlich 1,2 Millionen Besucher zählt. Er wurde bereits 1371 angelegt und ist mit einer Fläche von 60 Hektar der größte des Landes. Hier lebt auch eine große Anzahl Flughunde. In diesem Park befindet sich auch der von der bedeckten Fläche wahrscheinlich größte Banyanbaum, der eine Fläche von über 2000 m² bedeckt.

Das ist eine Jackfruit. Die Frucht ist sehr schmackhaft. Sie schmeckt gekocht ähnlich wie Kürbis.
Diese riesigen Kokosnüsse stammen von einer Palmenart von den Seychellen.
Mitten in Kandy liegt der Udawattakele („Obergartenwald“), ein Naturreservat auf einem kleinen Berg. Auf diesem liegt die „Forest Hermitage“, ein Meditationszentrum der fortgeschrittenen Mönche. Dort lebte der deutschstämmige Mahathera Nyanaponika bis zu seinem Tod und leitete von hier die ebenfalls in Kandy ansässige Buddhist Publication Society.


200 Jahre alt ist diese gigantische Liane, die sich in alle Richtungen ausgebreitet hat. Nie vorher gesehen!
Ein Pelikan schwimmt auf dem Kandy-See.